Chor aus Alzey zu Besuch in Kamenz


Freitag, 09.06.2017, Nachmittag, 16.00 Uhr

 

Herzliche Begrüßung 

durch den OB der Stadt Kamenz Roland Danz, den Vorstandsvorsitzenden Dr. Bernd Zimmer und die SängerInnen des Chores der Lessingstadt Kamenz e.V. im Lichthof des Rathauses.

Nach einer langen Fahrt mit einem Zwischenstopp in Erfurt waren unsere Chorfreunde aus Alzey, der Kamenzer Partnerstadt in Rheinland-Pfalz, endlich am Ziel angelangt. In seiner Begrüßungsrede erinnerte der Oberbürgermeister der Lessingstadt  an das Zustandekommen dieser Partnerschaft und die inzwischen vielfältigen Kontakte, die aber auch der Pflege bedürfen, denn „von  nichts ...“.

Walter Fröbisch, Vorstandsvorsitzender des Alzeyer Chores überbrachte die Grüße und einen Geschenkbildband des Alzeyer Bürgermeisters Christoph Burkhard.

Und mit sächsischem Wein stießen wir an auf ein gutes Gelingen all unserer Vorhaben und eine spannende  Zeit mit „unseren Alzeyern“.                                                                                                                                                     (S. F.) 

 Freitag, 09.06.2017, Abend, 20.00 Uhr

 

„Camentzer Nachtgeflüster“

Mit guter Laune und ein wenig neugierig trafen wir uns punkto 20.00 Uhr am Klostertor zum nächtlichen Rundgang durch unsere Stadt Kamenz.

Wir – das waren unsere Gäste aus Alzey und die Chormitglieder des Chores der Lessingstadt Kamenz.

Vom Mönch des Franziskanerklosters und einer Bürgersfrau – beide in herrlichen altertümlichen Kostümen – wurden wir herzlich begrüßt und erfuhren einiges über das Kloster.

An den Fleischbänken machten wir Bekanntschaft mit Fleischermeister Mierisch und seiner Frau Wilhelmine. Sie verrieten uns die wundersame Geschichte der Erfindung der „Kamenzer Knackwurst“. 

Auf dem Weg zum Hotel „Goldener Hirsch“ lief uns der Henker mit einem Gefesselten über den Weg und im Hof des Hotels begegneten wir der fleißigen Wirtin, dem Stadtwächter und einer Zigeunerin, die das Gebäude aus Dankbarkeit segnete, so dass es vom großen Brand verschont blieb.

Dr. Haberkorn, Leibarzt des Kurfürsten und auf dem Wege zu ihm, trafen wir am Feuerhaus.

Er war in arger Zeitnot und musste deshalb die Behandlung einer Bürgersfrau ablehnen, vertröstete sie jedoch auf später.

Über den Anger gelangten wir zur Leitergasse, wo uns ein aufgebrachter, nur mit einem Nachthemd bekleideter Tuchmacher von einem Brand berichtete, den seine „Alte“ mit dem heißen Eisen verursacht hatte. („ Die dumme Nuss“).

Der Gang über den Friedhof, zur Kirche St. Marien, in die kleine Katechismuskirche und zu Lessings Lieblingsplatz, gespickt mit vielen unterhaltsamen Anekdoten, endete  schließlich mit der Besteigung des „Roten Turmes“.

Krönender Abschluss war schließlich der Empfang im Malzhaus zu einem deftigen Schmaus mit Fettbemmchen, Kamenzer Würstchen und vielen anderen Leckereien. Und einen kräftigen Schluck hatten sich vor allem unsere Gäste verdient.

Alle waren sich einig: bei dieser tollen Stadtführung konnten sogar eingefleischte Kamenzer noch etwas Neues erfahren.

Und den Schauspielern  der KLITZEkleinKUNST gebührt nicht nur großer Dank für den gelungenen Abend, sondern allerhöchste Anerkennung.                                                                                                                    (Margit Böwe)

Sonnabend, 10.06.2017, Vormittag


„Dreh‘ dich, Töpferscheibe flink, ...“

Nach einer mehr oder weniger gut durchschlafenen Nacht – schließlich waren es „fremde“ Betten – hieß es um 9.30 Uhr „Los geht‘s!“. Die Fahrt dauerte nicht lange, führte sie unsre Gäste doch gleich „um die Ecke“, nach Elstra.  In der Töpferei Holland wollten sie noch einmal sehen, wie aus einem einfachen Tonklumpen schöne Gegenstände für den täglichen Gebrauch oder als  stilvolle Dekoration entstehen. können. Fragen und Antworten schwirrten hin und her, bewundernde Blicke verfolgten die geschickten, sicheren Handgriffe beim Arbeiten an der Töpferscheibe und beim Musterauftragen, dem „Schwämmeln“. Ja, Übung macht auch hier den Meister!  Selbstredend durfte der Besuch auf dem „Topfboden“ nicht fehlen und so wechselte manch Krüglein oder Teller oder …  den Besitzer, als Ersatz für Zerbrochenes oder Ergänzung zu bereits Vorhandenem – ist das auch das richtige Muster? oder einfach so, mal sehen…

Dem Töpfermeister Hans Holland und seinen beiden netten Mitarbeiterinnen danken wir herzlich für ihre Bereitschaft, uns den Sonnabendvormittag zu opfern.                                                                                                (S.F.)

Sonnabend, 10.06.2017, Nachmittag

 

Unser Lied ist nun gesungen, das in unsre Herzen fand,

Melodien, die erklungen, binden festes Freundschaftsband.“

 

Mit diesem Lied von Klaus Ochs beendeten wir unser diesjähriges Sommerkonzert, das ja eigentlich viel mehr war – ein Geburtstagskonzert und gleichzeitig ein Partnerschaftskonzert mit unseren Freunden aus Alzey.

Zwar gab es noch leere Plätze in den Besucherreihen, aber bei mehreren Veranstaltungsangeboten an einem Nachmittag fällt die Wahl nicht leicht.

Und wer sich dann doch für eine „Reise in die Welt“ – so lautete nämlich unser Motto – entschieden hatte, war gewiss nicht schlecht beraten und fand Entspannung und Freude bei Melodien aus Amerika, England, Russland, der Slowakei, Italien, Israel, Afrika und natürlich Deutschland – auf der schwäb‘sche Eisenbahne, beim Rheinhessischen Wein, in der versunkenen Stadt Vineta, über 7 Brücken  zu Nik P.‘s Stern, bei immer wieder blühenden Rosen im Sorbenland – und nicht nur dort – und einer Wanderung durch unsere wunderschöne Lausitz (damit hatten wir aber ins Schwarze, um nicht zu sagen ins Herz getroffen!), um nur einige zu nennen.

Möglicherweise hat manch „Nichtkonzertbesucher“ doch etwas Schönes verpasst?

Entspannte, fröhliche, zum Mitsingen bereite, aber auch nachdenkliche Konzertbesucher konnte ich beobachten.

Es war diesmal ein ziemlich langes Programm und zum obligatorischen Lampenfieber gesellten sich noch die hochsommerliche Hitze sowie eine kleine Gratulationscour befreundeter Chöre.  Das verlangte von allen im Saal ein ganz schönes Durchhaltevermögen ab. Und dennoch –  ein gelungener Konzertnachmittag. Dafür

- ein Dankeschön allen unseren treuen und den neuen Konzertbesuchern,

- ein Dankeschön unseren beiden Dirigenten, Frau Busch vom Alzeyer und Herrn Frister vom

   Kamenzer Chor für ihre souveräne Führung,

- ein Dankeschön allen Alzeyer und Kamenzer Sängerinnen und Sängern,

- ein Dankeschön Herrn Justin Wagner von der Complex Veranstaltungstechnik GmbH Gelenau.

Am Abend trafen wir uns dann in der „Eisenbahn“ in Wiesa zum Essen und Trinken 

- ein Dankeschön dafür an Familie Klawitter  -

und Reden und Singen und Lachen ...

Ein wunderschöner Sommerabend setzte noch das i – Tüpfelchen drauf.

„Klinge , Lied, lange nach, kling in alle Weiten. 

Halte unsre Herzen wach, Freude zu bereiten“

    (S. F.)

Sonntag, 11.06.2017


Jetzt fahr‘n wir auf der Spree ...

Zum Besuchsprogramm unsrer Alzeyer Freunde gehört traditionell auch ein Rahmenprogramm mit einer Fahrt in den Spreewald. Der Vorstandsvorsitzende des Volkschores Alzey, Walter Fröbisch, hatte den Ausflug dorthin organisiert, an dem auch einige Mitglieder  unseres Chores teilnahmen.

Und so starteten wir gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein am Morgen gegen 8.00 Uhr mit dem Bus in Richtung Spreewald. Dort angekommen, wurden wir auf zwei Kähne verteilt und konnten alsbald das wunderschöne Fleckchen Erde ausgiebig genießen. Obwohl Chorsänger ja eigentlich ein fröhliches und ausgelassenes Völkchen sind, herrschte über längere Strecken hinweg fast andächtige Stille. Man wollte wohl den Gesang der Vögel nicht stören und den Tanz der unzähligen Libellen verfolgen.

Der erste Teil unserer Fahrt endete gegen 12.00 Uhr an der Ausflugsgaststätte „Wotschofska“, wo wir alle ein zünftiges Mittagsmahl zu uns nahmen. Danach ging es wieder zurück. Aber diesmal passierten wir sogar zwei Schleusen, was dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz verschaffte.

Wieder am Bus angekommen, ging es gegen 16.00 Uhr zurück, aber nicht sofort nach Kamenz, sondern zunächst in Richtung Bautzen. Unser Ausflug war nämlich noch nicht zu Ende, denn auf uns wartete noch ein Abendbrot und somit ein weiterer Höhepunkt. Ziel war das sorbische Restaurant „WJLELBIK, in dem wir das in dieser Gegend bekannte traditionelle Hochzeitsessen serviert bekamen. Als besondere Aufmerksamkeit erfuhren unsere Freunde aus Alzey zwischen den einzelnen Speisegängen viel Interessantes über Leben und Brauchtum der Sorben früher und heute.

Ein erlebnisreicher „Sonnentag“, der uns allen wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird, fand hierbei einen schönen Abschluss.                                                                                              (Martina Mauksch)

 

Montag, 12.06.2017

 

„Muss i denn ...“

Alles hat einmal ein Ende, auch die nicht ganz stressfreien Tage unsrer Chorfreunde aus Alzey.

Und so trafen wir uns ein letztes Mal am Hotel „Stadt Dresden“, um uns voneinander zu verabschieden. Herzliche Worte wurden gewechselt, unser Freundschaftsgeschenk überreicht, einander umarmt, noch einmal fotografiert, ein  Abschiedslied gesungen, ein letztes Winken.

Aber – noch eine Besonderheit wartete. Unser Vorstandsvorsitzender Dr. Zimmer dirigierte den Bus zunächst nach Ralbitz zum dortigen Friedhof, ist der doch durch seine einzigartige Gestaltung etwas Besonderes, nicht nur in der sorbisch-katholischen Lausitz. Pfarrer Delan empfing unsere Alzeyer Freunde, führte sie über das Friedhofsgelände und sprach zur Entstehung und zum Sinn dieser Anlage.

Mit zwei Liedern, in der Kirche gesungen, bedankte sich der Alzeyer Chor.

Und nun ging die Fahrt  endgültig Richtung Heimat.            

                                        

(Dr. B. Zimmer / S.F.)